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„Hurenkinder und Schusterjungs“

Keine Sorge, der Lyrika Verlag gleitet jetzt nicht in diffuse Bereiche ab!

Diese beiden Fachbegriffe entstammen der Druckkunst und legen ein sehr wichtiges Maß an den zu setzenden (im Offsetdruck) bzw. zu gestaltenden Text (im Digitaldruck).

In meinem Artikel „Der Wert des Buches“ habe ich diese Begriffe schon anklingen lassen und möchte sie heute einfach neu in das Bewusstsein der Bücher-Macher und Bücher-Leser rücken.

Wikipedia sei bemüht:

Hier ein Zitat aus „Das Lexikon der westeuropäischen Typographie“

Schusterjunge

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) für einen fehlerhaften Umbruch am Ende einer Kolumne oder Satzspalte; erste Zeile (oder Headline) eines neuen Absatzes oder Kapitels, welche irrtümlich als einzelne Zeile (oder als verbundlose Headline) am Ende der vorausgehenden Kolumne steht. Heute als Waisenkind bzw. im südlichen Sprachraum auch als Findelkind bezeichnet.

Hurenkind

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Handschriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für einen Fehler im Umbruch einer Schriftsatzarbeit. Letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht. Heute als Witwe bezeichnet.

… Abgesehen davon, dass Umbruchfehler unästhetisch sind, stören sie den inhaltlichen und formalen Leserhythmus. (Zitatende)

Dieser letzte erläuternde Satz ist m.E. der wichtigste überhaupt, denn Lesen soll nicht nur Freude bereiten durch den Inhalt, sondern besonders durch sinngebende, übersichtliche Aufbereitung des Textes.

In vielen Büchern wimmelt es mittlerweile von ihnen, diesen Schusterjungs und Witwen.

Der Webmaster des Lyrika Verlags ist gelernter Schriftsetzer und hat mich von Anfang an auf diese Satzfehler hingewiesen. Sie zu vermeiden, erscheint mir sehr sinnvoll, da sie ebenso sinngebend sind wie die Einteilung eines Textes in Absätze und Kapitel.

Bei dem Teil unserer Bücher, die teilweise oder durchgängig erzählenden Text (Mengen-, Fließtext) enthalten, achten wir darauf, diese alte Regel aus der Druckkunst konsequent umzusetzen –

Denn Büchern, von Hand gemacht und in kleinen Auflagen gedruckt, steht diese achtsame Textgestaltung gut zu Gesicht.

Ich hoffe, dieser kleine Ausflug in die Layoutarbeit bei einer Buchgestaltung war informativ und hat Ihnen Freude bereitet, so wie es uns Freude macht, unseren Büchern ihre Individualität zu geben.

 

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Hurenkind_und_Schusterjunge

http://www.typolexikon.de/s/schusterjunge.html

http://www.typolexikon.de/h/hurenkind.html

 

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